Retten und Teilen – Selbstverständnis

60Wir sind Privatpersonen, die sich nach dem Motto „Retten und Teilen – think global, act local“ für Nachhaltigkeit und für finanziell Schwache in unserer unmittelbaren Umgebung einsetzen. Wider dem Wegwerfwahn. In Absprache mit jeweiligen Händlern – u.a. Marktleuten, Bäckern, Laden- und Standbetreibern – holen wir bei festen Partnern oder speziellen Events unterschiedliche Nahrungsgüter ab, die trotz ihrer Frische nicht mehr verkauft werden können oder sollen, und geben sie – natürlich unter Beachtung von Lebensmittelrechten – an Bedürftige weiter. Diese können in bestehenden Institutionen verkehren bzw. wohnen, wie insbesondere in Flüchtlingsheimen. Wir fair-teilen auch an Menschen in unserer Nachbarschaft, die mit ihrem spärlichen Einkommen erkennbar kaum mehr über die Runden kommen: Verarmte Rentner, finanzschwache Familien mit mehreren Kindern, Werktätige aus dem sog. Niedriglohnsektor oder Studenten ohne familiäre finanzielle Absicherung. Und wir geben Lebensmittel direkt an Obdachlose auf der Straße.

bruchteil_19_07_2014Wir arbeiten dabei bewusst absolut unbürokratisch und lehnen jedweden Missionierungseifer von religiösen Einrichtungen (die im übrigen keineswegs immer wirklich ehrenamtlich im eigentlichen Wortsinn arbeiten) oder gängelnde staatliche Regularien ausdrücklich ab – ebenso das unserer Erfahrung nach zumindest in München extrem bigott und teils aktiv mit Lügen operierende „Foodsharing“-Netzwerk: Wir retten eben nicht damit sich Personen, die es finanziell nicht nötig haben , den Gang zum Supermarkt sparen können, aber wir zwingen auch niemanden, seine Bedürftigkeit etwa mit einem Hartz-4-Bescheid nachzuweisen. Zumal es Menschen gibt, die zwar Anspruch auf solche staatlichen Leistungen hätten, aber aus unterschiedlichen Gründen den Gang zu Ämtern meiden oder dort ohnedies nur gegen „Wände“ laufen würden.

Alle gespendeten Lebensmittel und sonstigen Güter werden – Helfer die selber finanziell bedürftig sind dürfen sich ggf. ein paar Kleinigkeiten für den Eigenbedarf zur Seite legen – garantiert zeitnah und kostenfrei ausschließlich auf den o.g. Wegen verteilt.

Ihre/Deine Hilfe ist gefragt!

Auch aperiodische Unterstützung hilft. Mit oder ohne Auto. Schnupper(n Sie) mal rein: Wir freuen uns auf jeden, der mindestens alle paar Wochen wenigstens 1-2 Stündchen Zeit und Lust auf fair-teilen hat und nebenbei team-/projektfähig ist… Aktuell suchen wir Mitstreiter für Bamberg Stadt und Land – am besten gleich via e-mail an „bamberg@rettenundteilen.de“ Kontakt aufnehmen –  wir freuen uns Sie bzw. Dich bald kennenzulernen.

Liebe Unternehmer in Bamberg Stadt und Land,
liebe Gartenbesitzer, liebe Bäcker, liebe Marktleute…!

Wir holen sehr gerne – einmalig oder regelmäßig – auch Ihre Lebensmittelreste ab. Auf Wunsch ernten wir auch Felder und Bäume ab, die Sie selber warum auch immer nicht nutzen, wir retten Lebensmittel auch bei Stadtteil- und Volksfesten, Jahrmärkten und Messen – sprechen Sie uns jederzeit gerne an. Wir arbeiten garantiert so, dass Ihre zahlende Kundschaft in der Regel nichts mitbekommt – gerne erzählen wir hier auf unserer Webseite auch, wer uns unterstützt, wenn das in Ihrem Sinne ist. Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Wünsche.

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Allgemeines zum Thema Lebensmittelverschwendung

Weil sich Verbraucher auch hierzulande vermeintlich nichts Sehnlicher wünschen, als alle denkbaren Lebensmittel jederzeit und in möglichst großer, scheinbar unterschiedlicher Label-Auswahl sowie in völliger „Makellosigkeit“ (Stichwort: Kartoffeln etwa dürfen nicht zu klein, nicht zu klobig und auch nicht zu „unförmig“ sein…) verfügbar zu haben, landet seit Jahrzehnten tagtäglich ein immenser Teil von genießbarem Essen im Müll. Es muss ja schließlich immer alles vorrätig sein, und da aber nicht alles verkauft wird und am nächsten Morgen Platz in den Regalen gebraucht wird…

Ein Teufelskreis. Nicht nur entlang der Produktions- und Vertriebskette (Verarbeitung, Transport, Lagerung). Auch Privathaushalte werfen viel zu viel weg. Beispielsweise weil sie durch vermeintliche Schnäppchen im XXL-Package gezielt angeregt werden, viel zu viel einkaufen. Oder weil sie glauben, dass etwa sogar Zucker oder Nudeln nicht mehr verwendet werden können, nur weil erst gestern das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht war.

Schätzungsweise werden weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Nahrung weggeworfen, was rund einem Drittel aller „produzierten“ Lebensmittel entspricht. Allein in Deutschland sind das pro Jahr 10 bis 20 Millionen Tonnen! Aus jedem Haushalt hierzulande landet demnach im Schnitt jährlich Essbares für knapp 400 Euro im Müll.

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist dabei nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein ethisches: während die einen Essen wegschmeißen, hungern andere, wühlen vielleicht im Müll und müssen dafür sogar noch eine Strafe befürchten. Das sog. Containern beschäftigt auch in Deutschland regelmäßig die Gerichte!

Wer meint, dass Armut nur den Menschen sog. Drittweltländer „vorbehalten“ ist, hat die Entwicklung in unserer Gesellschaft seit Jahren übersehen oder bewusst ausgeblendet: immer mehr Mitmenschen – alters- sowie weitgehend gar ausbildungs- und berufsunabhängig – rutschen in soziale Not oder stecken längst mittendrin.

querbeetLESEN Sie auch: „Retten und Teilen“ in der „Presse“ – a) Querbeet: “Wie ist es zu der Initiative gekommen und was hat sie bisher erreicht? Was sind die Ziele für die Zukunft? Birgit Kuhn und Dr. Sofia Delgado, die Gründerinnen von muenchen-querbeet.de, haben mit dem Initiativgründer Oliver Renn gesprochen.”

rt-anzeigenblatt-teaserOder „Retten und Teilen“ im b) Münchner Wochenanzeiger:  „Mehrmals täglich sammeln die ehrenamtlichen Helfer der Initiative „Retten und Teilen“ die von einem Tag übrig gebliebenen Lebensmitteln von lokalen Bäckern, Marktleuten und Imbissständen, um sie danach sofort an Bedürftige zu verteilen. „Die Fülle der Lebensmittel, die nicht mehr ganz so frisch sind und eigentlich weggeworfen werden, ist enorm groß. Wir wenden uns mit unserer Aktion gegen diesen Wegwerfwahn, aber haben auch ganz klar den sozialen Gedanken dabei…“

* Wenn Sie unser Tun finanziell unterstützen wollen – wir sind (noch) kein eingetragener Verein: aber, um fortan speziell im Raum Bamberg noch mehr finanziell Bedürftigen auf noch vielfältigere Art und Weise spürbar Erleicherung und Freude im Alltag zu bereiten und auch um noch effektiver und umfassender gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen zu können, ist dieser Schritt gerade in Vorbereitung! Neben dem Ausbau des Fair-Teilens geretter Lebenmittel wollen wir in der kälteren Jahreszeit fortan auch direkt warme Mahlzeiten kochen und diese an Obdachlose und Bedürftige auf der Straße ausschenken. Beispielsweise damit wir in Zukunft auch Überproduktionen von TK-Ware, die wir schon öfters angeboten bekamen, für eine zeitlich verzögerte Verteilung auch lagern können, aber auch für bessere Transportmöglichkeiten müssen wir zudem – was nicht mehr aus unserem privaten Vermögen handelbar ist, von dem wir neben viel Zeit und Herzblut bereits massig investiert haben – weitere Gerätschaften wie eine nicht zu viel Strom fressende Gefriertruhe anschaffen. Aperiodisch wäre für Messe-, Kerwaabholungen o.ä. die Anmietung eines Transporters nötig…

2 Gedanken zu „Retten und Teilen – Selbstverständnis“

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