Retten und Teilen – Selbstverständnis

60Retten und Teilen – wir helfen MENSCHEN.

Hier wirken Privatpersonen, die sich nach dem Motto „Retten und Teilen – think global, act local“ für Nachhaltigkeit und ausschließlich für finanziell Schwache in unserer unmittelbaren Umgebung einsetzen. Wider dem Wegwerfwahn. In Absprache mit jeweiligen Händlern – Marktleuten, Bäckern, Laden- und Standbetreibern u.a. – holen wir bei festen Partnern oder speziellen Events Nahrungsgüter ab, die trotz ihrer Frische nicht mehr verkauft werden können oder sollen. Wir ernten auch bei Privatleuten, die selber keine Verwendung haben, Obstbäume und Gemüsegärten. Das Gerettete geben wir unter Beachtung der Lebensmittelgesetze  absolut kostenfrei an Bedürftige weiter. Diese können in bestehenden Institutionen verkehren bzw. wohnen, wie insbesondere in Flüchtlingsheimen.

Wir fair-teilen auch an Menschen in unserer Nachbarschaft, die mit ihrem spärlichen Einkommen kaum mehr über die Runden kommen: Verarmte Rentner, finanzschwache Familien mit Kindern, Werktätige aus dem sog. Niedriglohnsektor oder Studenten ohne familiäre finanzielle Absicherung. Und wir geben Lebensmittel direkt an Obdachlose auf der Straße.

Retten & Teilen organisiert auch Ausflüge und sonstige Freizeitaktivitäten – nicht zuletzt um spielerisch die Begegnung zwischen Refugees, wohnungslosen Deutschen und Jugendlichen aus kinderreichen Familien zu ermöglichen. Nicht arm gegen arm – sondern miteinander. Etwa in einem ganz speziellen Fußball-Freizeitteam.

Die Initiative wurde offiziell April 2014 in München (also noch vor der großen Flüchtlingswelle Ende 2015) ins Leben gerufen, als Abgrenzung zum damaligen örtlichen foodsharing-Netzwerk, in dem die spätere „Retten und Teilen“-Gründerin Frau Nino Ketschagmadse zuvor maßgeblich über ein Jahr lang mitgewirkt, Kooperationen aufgebaut und bereits damals nahezu täglich gezielt und ausschließlich an finanziell Bedürftige fair-teilt hat.

Nachdem klar war, dass der bei foodsharing anfangs nicht nur gegenüber neuen Mitstreitern – anders wären Ketschagmadse und andere dort nie gelandet – gezielt auch gegenüber Spenderbetrieben behauptete soziale Aspekt von offizieller Seite (auch von Verantwortlichen in Berlin aus) intern komplett in Abrede gestellt werden sollte, jene Orga zumindest inoffiziell zuvörderst Menschen anlockte, die ausschließlich das „Geiz ist geil“-Prinzip leben wollten (von der Münchner Foodsharing-Initiatorin “Barbara” und weiten Teilen ihrer “Botschafter”-Ebene wurden unaufhörlich junge Erwachsene hofiert, die keinerlei finanzielle Bedürftigkeit hatten; Menschen, die “gerettete” Lebensmittel als Selbstbedienungsladen – nicht mal nur primär sondern teils ausschließlich – für sich selbst betrachteten), zahllose interne Gespräche, und am Ende selbst ein “Brandbrief” nicht fruchtete, spalteten sich neben Nino Ketschagmadse ein knappes Dutzend weiterer sozial engagierter Menschen von der Münchner foodsharing-Gruppe  ab und starteten ein wirklich selbstloses Retten und Teilen.

Unsere Geburtsstunde datiert somit offiziell im April 2014.


bruchteil_19_07_2014Da Ende 2015 die beruflichen Tätigkeiten des Gründer-Ehepaares in der bayerischen  Landeshauptstadt endeten, gingen sie zurück ins Fränkische und bauten insbesondere im Raum Bamberg weitere Helferstrukturen – natürlich erneut ausschließlich zugunsten finanziell Bedürftiger – auf. Im Juni 2016 wurde dann zur weiteren Professionalisierung ein e.V. ins Leben gerufen. Unser selbstloses Wirken ist seither entsprechend auch offiziell gemeinnützig anerkannt.

wir helfen Menschen. Deutschen, Flüchtlingen, Obdachlosen,  verarmten Rentnern, Leuten die in in Sozialunterkünften leben… – kurzum:  Menschen,  die sich aktuell wenig bis nichts leisten können.

Anders als bei der Tafel – die in Bamberg gibt übrigens (Stand März 2018) in ihrer Außendarstellung (u.a. Facebook Info) an, dass sie bei ihren zweimal pro Woche (Retten&Teilen hingegen fair-teilt tatsächlich sechs mal pro Woche!) jeweils lediglich ca. 70 Menschen erreichen. Bei uns sind es – so bitter es bei einer Stadt  mit 70.000 Einwohnern ist – Stand März 2018 schon über 200 Menschen (und das, wo uns bisher nur ein Bruchteil an Partnerbetrieben exklusiv zur Verfügung steht –  entsprechend aber nur kleine Mengen. Wenn weitere Unternehmer im Lebensmittelsektor uns ihre Reste anvertrauen könnte das Helfen effektiver und deutlich nutzbringender für die einzelnen Bedürftigen werden), verteilen wir direkt nach einer Abholug in einem Partnerbetrieb
beziehungsweise nach einer Ernte, Messe oder einer Abholung auf einem Volksfest o.ä. direkt bei unseren Zielgruppen. Lagern also gemeinhin nicht groß zwischen und lassen auch bis zur Weiterverteilung nicht erst 2-3 Tage ins Land gehen, transportieren aber mit professionellen Kühlgerätschaften, die uns freundlicherweise die Firma Dometic gespendet  hat.

Für etwaige Zwischenlagerungen haben wir ansonsten aber natürlich auch  am Vereinsstandort Kühlschränke und Gefiertruhen parat.

Ihre/Deine Hilfe ist gefragt!



Bereits mit drei, vier Stunden Freizeit im Monat, die Sie in die Arbeit des Vereins einbringen können,  einer gewissen Portion Team-/Projektfähigkeit und vor allem Weltoffenheit sind Sie, bist Du bei uns goldrichtig, um Obdachlosen, Refugees, verarmten Rentnern und oder finanziell bedürftigen Familien zu helfen.

Für aktive Helfer stehen unterschiedlichste Termine zur Auswahl, um zu Fuß, per Fahrrad oder mit Auto bei kooperierenden Unternehmern Lebensmittel abzuholen und oder bei Privatleuten, die uns das anbieten, zu ernten und die geretteten Waren dann zeitnah an Zielpersonen in Heimen, auf Straßen oder auch in der eigenen Nachbarschaft in Bamberg Stadt oder Land zu fair-teilen.


Mitstreiter, die selber finanziell bedürftig sind, dürfen sich ggf. ein paar Kleinigkeiten für den Eigenbedarf zur Seite legen.
Wir freuen uns auf jeden, der Zeit und Lust auf fair-teilen hat: Schnupper(n Sie) mal rein! Einfach mit einer E-Mail an „bamberg@rettenundteilen.de“ Kontakt aufnehmen…

Wir fangen dort an, wo andere aufhören…

Der RETTEN & TEILEN e.V. arbeitet bewusst absolut unbürokratisch: wir missionieren nicht; zwingen niemanden, seine Bedürftigkeit etwa mit einem ALG-II-Bescheid nachzuweisen. Zumal es Menschen gibt, die zwar Anspruch auf solche staatlichen Leistungen hätten, aber den Gang zu Ämtern meiden oder dort ohnedies nur gegen „Wände“ laufen würden. Überdies gibt es Menschen, die den entsprechenden „Amtsstempel“ haben, sich aber genieren bei der Tafel anzustehen. Auch weil Bedürftigkeit in unserer Gesellschaft noch immer als persönliches Versagen angesehen wird, ist es für finanziell Bedürftige schwer ihre Armut offen zu zeigen.  Wir helfen Menschen.

Mit unserer Art des Fair-Teilens begannen wir wie erwähnt 2013 in München, durften dort über zwei Jahre dank namhafter Partnerunternehmen Dutzende Tonnen Lebensmittel an Bedürftige verschenken und dabei viel Erfahrung und Sensibilität im Umgang mit Armut lernen. In Bamberg wirken wir seit Herbst 2015 – an inzwischen sechs Tagen die Woche. Ehrenamtlich, mit offenem Herzen und offenen Ohren: Da immer mehr Menschen Hilfe benötigen, suchen wir weitere Abhol-Kooperationen im Bereich Lebensmittel, freuen uns aber auch, wenn Sie uns mit Spielzeugen für Kinder unterstützen oder andere nützliche, respektive einfach nur schöne Dinge zum kostenfrei weiterverteilen anbieten.

Liebe Unternehmer in Bamberg Stadt und Land, liebe Bäcker, liebe Gartenbesitzer, liebe Marktleute, liebe Foodtrucker…!

Es wäre uns, der gemeinnützigen fränkischen Sektion des Vereins RETTEN & TEILEN, eine Ehre, auch Ihre Lebensmittelreste ausschließlich zum Wohle finanziell Bedürftiger abholen zu dürfen. Einmalig, aperiodisch oder regelmäßig – ganz genau so, wie es Ihren Wünschen und Möglichkeiten am Besten entspricht.

Wir ernten gerne Felder und Bäume ab, retten Lebensmittel auch bei Stadtteil- und Volksfesten, Jahrmärkten und Messen – sprechen Sie uns einfach jederzeit an. Wir arbeiten garantiert so, dass Ihre zahlende Kundschaft nichts mitbekommt. Gerne erzählen wir aber auf unserer Webseite, in unserer sonstigen Kommunikation und Pressearbeit – wenn das in Ihrem Sinne ist – wer uns konkret unterstützt.

Wenn Sie unser Tun nicht mit Lebensmitteln aber mit sonstigen Sachspenden unterstützen möchten: wir suchen auch Gegenstände, die uns helfen, fortan noch mehr Bedürftige auf noch vielfältigere Art und Weise spürbar Erleichterung und Freude im Alltag zu bereiten, um noch effektiver und umfassender gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen zu können – wir freuen uns sehr auf Ihre Ideen!

Sie wollen mehr über uns erfahren? Sehr, sehr gerne!

Retten & Teilen Sektion Franken e.V.
Ihre Ansprechpartnerin: Frau Nino Ketschagmadse
Hauptstraße 55 – 96170 Priesendorf
Tel.: (09549) 39 49 876

E-Mail: bamberg@rettenundteilen.de
www.rettenundteilen.de

Sie möchten unsere gemeinnützige, steuerlich anerkannte Arbeit finanziell unterstützen? Das wäre wunderbar! Spenden bis zu 200 Euro können ohne amtliche Spendenquittung mit dem Einzahlungsbeleg der Überweisung beim Finanzamt eingereicht werden. Darüber hinaus stellen wir Ihnen selbstverständlich sehr gerne eine Zuwendungsbescheinigung aus.

IBAN DE91 830 654 080 004 951 131
Deutsche Skatbank
BIC: GENODEF1SLR
Steuernummer FA Bamberg 207/110/40375

Wir freuen uns nicht nur auf aktive Helfer sondern auch auf neue passive Mitglieder, die unseren Verein mit frischen Ideen unterstützen und weiterbringen wollen:

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Allgemeines zum Thema Lebensmittelverschwendung

Weil sich Verbraucher auch hierzulande vermeintlich nichts Sehnlicher wünschen, als alle denkbaren Lebensmittel jederzeit und in möglichst großer, scheinbar unterschiedlicher Label-Auswahl sowie in völliger „Makellosigkeit“ (Stichwort: Kartoffeln etwa dürfen nicht zu klein, nicht zu klobig und auch nicht zu „unförmig“ sein…) verfügbar zu haben, landet seit Jahrzehnten tagtäglich ein immenser Teil von genießbarem Essen im Müll. Es muss ja schließlich immer alles vorrätig sein, und da aber nicht alles verkauft wird und am nächsten Morgen Platz in den Regalen gebraucht wird…

Ein Teufelskreis. Nicht nur entlang der Produktions- und Vertriebskette (Verarbeitung, Transport, Lagerung). Auch Privathaushalte werfen viel zu viel weg. Beispielsweise weil sie durch vermeintliche Schnäppchen im XXL-Package gezielt angeregt werden, viel zu viel einkaufen. Oder weil sie glauben, dass etwa sogar Zucker oder Nudeln nicht mehr verwendet werden können, nur weil erst gestern das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht war.

Schätzungsweise werden weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Nahrung weggeworfen, was rund einem Drittel aller „produzierten“ Lebensmittel entspricht. Allein in Deutschland sind das pro Jahr 10 bis 20 Millionen Tonnen! Aus jedem Haushalt hierzulande landet demnach im Schnitt jährlich Essbares für knapp 400 Euro im Müll.

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist dabei nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein ethisches: während die einen Essen wegschmeißen, hungern andere, wühlen vielleicht im Müll und müssen dafür sogar noch eine Strafe befürchten. Das sog. Containern beschäftigt auch in Deutschland regelmäßig die Gerichte!

Wer meint, dass Armut nur den Menschen sog. Drittweltländer „vorbehalten“ ist, hat die Entwicklung in unserer Gesellschaft seit Jahren übersehen oder bewusst ausgeblendet: immer mehr Mitmenschen – alters- sowie weitgehend gar ausbildungs- und berufsunabhängig – rutschen in soziale Not oder stecken längst mittendrin.

querbeetLESEN Sie auch: „Retten und Teilen“ in der „Presse“


– a) Querbeet: “Wie ist es zu der Initiative gekommen und was hat sie bisher erreicht? Was sind die Ziele für die Zukunft? Birgit Kuhn und Dr. Sofia Delgado, die Gründerinnen von muenchen-querbeet.de, haben mit dem Initiativgründer Oliver Renn gesprochen.”

rt-anzeigenblatt-teaserOder „Retten und Teilen“ im b) Münchner Wochenanzeiger:  „Mehrmals täglich sammeln die ehrenamtlichen Helfer der Initiative „Retten und Teilen“ die von einem Tag übrig gebliebenen Lebensmitteln von lokalen Bäckern, Marktleuten und Imbissständen, um sie danach sofort an Bedürftige zu verteilen. „Die Fülle der Lebensmittel, die nicht mehr ganz so frisch sind und eigentlich weggeworfen werden, ist enorm groß. Wir wenden uns mit unserer Aktion gegen diesen Wegwerfwahn, aber haben auch ganz klar den sozialen Gedanken dabei…“FT_RT_teaser

c)  „Retten und Teilen“ im „Fränkischen Tag„: … Nino Ketschagmadse hilft, wo sie helfen kann: Mit ihrem Verein „Retten und Teilen“ holt sie Lebensmittel ab, die sonst weggeworfen würden. […] Die Arbeit „schärft das Auge für die Armut“, sagt die Wahl-Bambergerin. Viele Menschen schämen sich, manche seien gar skeptisch, wenn man ihnen das erste Mal gerettete Lebensmittel kostenfrei weitergeben will. Daher achte sie darauf, dass sich die Bedürftigen nicht als Bittsteller degradiert fühlen. […]

wiesentbode-dosed) und zu einem traurigen Diebstahl zu Lasten finanziell Bedürftiger im „Neuen Wiesentboten„: … Mit den gestohlenen und an anderer Stelle gesammelten Spendengeldern sollte übrigens konkret demnächst ein Service bei einem Bamberger Reisebusunternehmen gemietet werden, um Kindern in Bamberger Flüchtlingsunterkünften einen Tagesausflug in einen nahe gelegenen Freizeitpark zu ermöglichen. Auch für seine sonstige Arbeit, die unter anderem im Retten und Fair-Teilen von Lebensmitteln an unter anderem auch Obdachlose sowie finanziell bedürftige Bamberger Rentner und kinderreiche Familien besteht, ist der in Bayern seit 2013 und in Bamberg seit Spätherbst 2015 tätige Verein auf Spendengelder angewiesen. […] Der Verein sucht aber keineswegs „nur“ Geld, sondern – da das Aufgabenfeld weiter wächst – auch Menschen, die in ihrer Freizeit mindestens 3-4 Stunden pro Monat ehrenamtlich aktiv bei Abholungen und Fair-Teilungen mithelfen wollen. […]

2 Gedanken zu „Retten und Teilen – Selbstverständnis“

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